30 Reise-Stunden für eine Woche Tansania – Hat sich das gelohnt? Ganz klar: JA!
20. Oktober 2026
Vom 03. bis 11. Juli war ich mit einer sechsköpfigen Delegation auf Besuch in Tansania.
Da sich 2026 die Partnerschaft zwischen unserem Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz und dem Kirchenbezirk Meru-Süd zum 30. Mal jährt, war dies der perfekte Anlass für eine Begegnung vor Ort.
Nach fast 30 Stunden reiner Reisezeit wurden wir spät am Samstagabend unglaublich herzlich mit Umarmungen und Blumenkränzen von unseren Partnern am Flughafen empfangen. Gleich am nächsten Tag erlebten wir in dem kleinen Steppendorf Majengo, wie lebendig und dynamisch diese junge Ev. Luth. Landeskirche Tansania funktioniert. Dieser Sonntagsgottesdienst wurde von jungen Leuten gehalten und wir spürten, die ansteckende Energie einer Kirche, die fest im Alltag der Menschen verankert ist. Zum anschließenden Jugendtag kamen aus dem umliegenden Masseidörfern vorwiegend junge Mädchen und Frauen, die sich fröhlich gegenseitig ihre Lieder darboten.
Zentraler Bestandteil der Reise war es, die gemeinsamen Projekte zu besuchen, die durch unsere Partnerschaft getragen werden:
Schnelle Fluthilfe:
Im April 2026 hatte eine schwere Flut den Süden des Distrikts heimgesucht. Wir konnten uns vor Ort ein Bild von den großen Schäden machen – aber auch davon, dass die vom Kirchenbezirk bereitgestellteSoforthilfe genau dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Die Rucksackaktion:
19 Jahre lang wurden Schulrucksäcke für 4000 tansanische Schulanfänger in unserem Kirchenbezirk gepackt und nach Tansania geflogen. Voriges Jahr haben wir umgestellt: Vor Ort wurden Nähmaschinen
und Material beschafft. Mittlerweile werden die Rucksäcke in einer Nähwerkstatt in Kikatiti produziert und auch in Tansania gefüllt. 6 Menschen haben so ein Einkommen. Aus unseren Transportkosten wurden Lohnkosten. Aber es braucht immer noch unserer finanzielle Unterstützung. „Die Rucksackaktion ist und bleibt das sichtbarste Zeichen unserer Verbundenheit in Christi“, sagt Zakayo Pallangyo, der Superintendent in unserem Partnerschaftsbezirk „und soll unbedingt weiter gehen.“
Schulpatenschaften & Bildung:
Wir konnten 12 Schülerinnen und Schüler in Usa River treffen, für die unser Kirchenbezirk eine Schulpatenschaft übernommen hat. Stolz präsentierten sie uns die neuen Schulbücher, die durch Spenden aus unserem Kirchenbezirk finanziert wurden.
Natürlich stießen wir auch auf ungelöste Probleme. Durch die stark wachsenden Gemeindegliederzahlen werden dringend neue Pastoren und Evangelisten gebraucht – doch für viele Gemeinden ist die Ausbildung kaum finanzierbar. Auch die Frage, wie sich Menschen in den trockenen Regionen des Distrikts dauerhaft selbst versorgen können, bewegt uns. Beim Gespräch mit dem Partnerschaftskomitee fragten wir: „Welches Problem sollte als erstes angegangen werden?“ Die Antwort: „Besser niemand muss hungern.“ Der Kirchenbezirk Meru Süd prüft, was es braucht, um Dörfer mit Brunnen zu versorgen.
Auch die atemberaubende Natur hat es uns angetan. Einen Tag verbrachten wir im Tarangire Nationalpark. Von seiner landschaftlichen Schönheit & den Tieren Afrikas (Elefanten, Giraffen, Zebras, Affen & sogar einem Leoparden) in freier Wildbahn waren wir tief beeindruckt. Ja, wir haben Gott erlebt auf unserer weiten kurzen Reise: in der intensiven Gemeinschaft mit unseren Partnern, in SEINEM Wirken in den gemeinsamen Projekten und in der herzlichen Anteilnahme. Die rund 60 Stunden Reisezeit verblassen gegen die Gewissheit: Gott lebt in unserer lebendige Gemeinschaft in Tansania, in Deutschland und über Grenzen hinweg und segnet unser Tun.
Ich habe unbezahlbaren Eindrücke mitgenommen und die Gewissheit:
Diese Partnerschaft lebt – getragen von Gott und den Menschen auf beiden Seiten der Erde.
Maria Seifert
